Ägypten

   Altägyptische Architektur ist in ihrer Zeichenhaftigkeit selbst erklärend in dem Sinne, dass Form und Materialität der Pyramiden eine deutliche „Herrschaftssprache“ sprechen, da die monumentalen Steinbauten als „nachgebaute Berge“ in idealer, kristalliner Form, als Zeichen der Unvergänglichkeit und Ewigkeit wirken. Auch die über mehr als dreitausend Jahre unverändert scheinende Formensprache ägyptischer Tempel und ihrer Bildwerke signalisiert Dauer und Ewigkeit. Durch die Kanonisierung der Form wird „Ewigkeit konstruiert“. Die „Phänomenologie des Raumes“ macht klar, dass eine Tür, ein Tor, ein Pylon in einer ersten Bedeutungsebene die Grenze zwischen Innen und Außen definiert mit der Möglichkeit hineinzugehen und herauszukommen. Eine steinerne, vermauerte Scheintür dagegen signalisiert in einer zweiten Bedeutungsebene eine andere Grenze: die zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Leben und Tod durchdringbar nur für Götter, Geister, vergottete Ahnen.

   Im Seminar soll die Zeichensprache ägyptischer Bautypen auf der Grundlage ägyptologischer Untersuchungen und der erhaltenen Ritualtexte analysiert werden.

 

Ergänzend findet am 17.12. ein Gastvortrag statt:

Saqqara, Ägypten: Das Grab des Königs Ninetjer

(ca. 2785-2742 v. Chr.)
Dr.-Ing. Claudia Lacher-Raschdorff
Do. 17.12.2015, 14:15 – 15:45 Uhr, R 140

Do. 15.30-17.00 Uhr
Beginn: Do. 22.10.2015 15.30 Uhr
Bibliothek Architekturgeschichte, R 2.15
BA:
Wahlmodul
MA:
Wahlmodul