Ägyptensehnsucht –
Ägyptenrezeption –
Ägyptomanie

   Aleida Assmann bezeichnet „Ägypten als das kulturelle Unbewusste der abendländischen Tradition“. Die griechische Antike bezieht den Begriff des „Weltwunders“ auf die Pyramiden; die Römer betreiben nach der Schlacht von Aktium umfangreichen Kunstraub. Seit dem Mittelalter hält man ägyptische „Weisheit“, die in Hieroglyphen auf den Obelisken niedergeschrieben sei, für vorsintflutlichen, gar paradiesischen Ursprungs ( Jamblichos). Spätestens seit der Renaissance wird Ägypten zur „Leitkultur“ und ein utopisches Ägyptenbild imaginiert: ägyptische Bauformen, Pyramiden, Obelisken, Sphingen werden kopiert, interpretiert und neuen Bauaufgaben angepasst, So beginnt die barocke Stadtplanung in Rom mit der Wiederaufstellung von Obelisken in Sichtachsen.

   Im 18. Jahrhundert gilt Ägypten als Inbegriff des Erhabenen und löst eine wahre Ägyptomanie aus.

   Thema des Seminars sind verschiedene Blickwinkel auf Ägypten seit der Antike und die Auswirkungen auf die abendländische Kunst und Architektur.

Do. 10.15-11.45 Uhr, Beginn: 14.04.2016
Bibliothek Architekturgeschichte, R 2.15
MA:Wahlmodul