Architekturminiaturen des Piemont

   Das Herzogtum Piemont kam im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges zu Königswürde.

   Bis dahin war die Herrschaft in Turin stets in Gefahr gewesen zwischen den konkurrierenden Großmächten Frankreich und spanisches Habsburg Territorien und Unabhängigkeit zu verlieren. Aber auch die ständige Gefahr reformatorischer Abspaltungen südlich der Schweizer Kantone führte schon im ausgehenden 16. Jahrhundert zu einer autokratischen und strickt pietistischen Regierung. Eine Vielzahl kleinster Kongregationen wurde gefördert, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

   In der Residenzstadt Turin entstand unter strengsten Auflagen eine Wohnarchitektur mit vorgegebenen Fassadenmotiven, die die Stadt in die Form eines einheitlichen Großpalastes gewandelt hat. Neben dieser strengen Bauordnung entstanden bedeutende Konventgebäude, Kirchen und Kapellen, für die bedeutende Architekten unzählige Sonderformen erdacht haben, auch im kleinsten Maßstab. Ascanio Vittozzi, Carlo und Amedeo Castellamonte, Guarino Guarini, Filippo Juvarra, Benedetto Alfieri und Bernardo Vittone erarbeiteten Kleinarchitekturen von beeindruckender Schönheit und formaler Kohärenz.

   Das Forschungsfeld bietet die Möglichkeit aus einer Übersicht bedeutender Architekturen des 17. Und 18. Jahrhunderts ein Bauwerk auszuwählen, zu analysieren und anhand des authentischen Planmaterials das Gebäude als 3-dimensionales Modell digital zu rekonstruieren.

6 Teilnehmer
Erster Termin: 11.10.17, 10.00 Uhr, Biblitohek Architekturgeschichte
MA:
Forschung
Bild: © Lehrstuhl
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