Architekturschularchitektur

   Architekturschulen prägen durch ihr Erscheinungsbild, ihre Konstruktionsweise und Gebäudestruktur das Bewusstsein des Architektennachwuchses. Als Manifest und Ausdruck eines eigenen methodisch-didaktischen Ansatzes ist das Ziel vieler Schulen, den Studierenden eine bestimmte Architekturposition zu vermitteln. Sie beanspruchen, beispielhaft zu sein, auch wenn sie manchmal zu Anti-Beispielen geworden sind. In der Pariser Ecole des Beaux Arts wurden Fragmente klassischer Gebäude in die Fassaden integriert, damit die Studenten ihre Vorbilder direkt vor Ort studieren konnten. Die Architekturschule in Dessau ist ein Schaufenster für das Bauhausideal. Während Vacchinis Schule in Nancy eine Predigt über Fertigteilarchitektur darstellt, spricht die AA, untergebracht in einem ganz normalen Londoner Stadthaus, für architektonische Experimente. Die Bauformen der Architekturschulen entwickeln sich mit den technischen Bedürfnissen des Berufs (von Ateliers mit hohen Decken zu dunklen CAAD Räumen), geben praktischen Bauversuchen mehr oder wenig Platz, befinden sich in historischen Stadtkernen oder versuchen, durch ihre bewusste Ansiedlung in Vororten, die sozialen Aufgaben des Architektenberufes aufzuzeigen.

   In diesem Seminar untersuchen wir die Typologien von Architekturschulen als Ausdruck zeitbedingter pädagogischer Ideale und als Wissensspeicher der Geschichte der Architekturlehre. Das Reiff-Gebäude in Aachen bildet hierbei einen Schwerpunkt der Analyse. Eine Exkursion zu einigen der untersuchten Schulen ist vorgesehen.

Mi. 12:00-13:30 Uhr, Beginn 11.04.2012
Lehrstuhl-Bibliothek R 229
max. 20 Teilnehmer
BA: Wahlmodul
MA: GuT 3, WM
DPO: 2P, 3P, PF