Das 20. Jahrhundert: Eine Architekturgeschichte in zwölf Bauwerken

   Das 20. Jahrhundert, seine Gesellschaft und deren kulturelle Hervorbringungen sind durch die rapide Entwicklung der neuen technischen Möglichkeiten bestimmt.

   In der Auseinandersetzung mit ihnen kommt auch die Architektur zu einschneidenden Neuerungen. Baumaterialien, Baukonstruktionen, Bauaufgaben und Bauprozesse wandeln sich. Sie regen Experimente mit dem Raum und der Komposition an und bewirken ganz allgemein Veränderungen der Ausdrucksmittel und Darstellungsabsichten der Architektur.

   Anhand von zwölf ausgewählten Einzelbauwerken zeigt die Vorlesung exemplarisch auf, wie die Baukunst auf die Innovationen des 20. Jahrhunderts reagiert und sie in den Dienst nimmt.

   Von den konkreten Bauwerken ausgehend werden Perspektiven auf das Zeitgeschehen und den gesellschaftlichen Kontext eröffnet sowie u.a. auf die unterschiedlichen inhaltlichen und formalen Strömungen in der Architektur, auf zentrale Architekten- und Bauherrenpersönlichkeiten, auf neue Formen der Architekturdarstellung sowie auf Fragen der Rezeptionsgeschichte.

   Die gründliche und detaillierte Betrachtung je eines individuellen und herausragenden Architekturbeispiels soll dabei gewährleisten, dass neben der Betrachtung der zeitspezifischen Innovationen der Blick für die Konstanten nicht verloren geht, aufgrund derer sich zu allen Zeiten qualitätvolle Architektur vom bloßen Bauen unterscheidet. Das Ziel besteht insofern nicht darin, die Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts als von der architekturhistorischen Tradition losgelösten Fortschrittsprozess zu beschreiben. Vielmehr erfolgt vor der Folie aller Neuerungen eine Sensibilisierung für das Gleichbleibende, Beständige in der Architektur, für ihre überzeitlichen Grundfragen, zu deren Lösung jedem Zeitalter andere Mittel zur Verfügung stehen.

   Die Vorlesung Architekturgeschichte im 20. Jahrhundert verlässt die typologische Betrachtungsweise, setzt jedoch insofern die Methodik der ersten drei Semester fort, als dass sie die Betrachtung konkreter Bauwerke dazu nutzt, allgemeine Neuerungen und Entwicklungen in der Architekturgeschichte zu beschreiben.

   Die Vorlesungsreihe schließt am Ende des Semesters jeweils mit einer mündlichen Prüfung in Kooperation mit dem Lehrgebiet Denkmalpflege (BA) bzw. Architekturtheorie und Kunstgeschichte (MA) ab. Die hierfür nach Studiengang differierenden zu erbringenden Leistungen werden in den Vorlesungen mitgeteilt.

Mi. 17.00–18.30 Uhr, Beginn: 15.04.2015
Aula (Aachen-Münchener-Halle)
BA: Pflichtfach
MA: GuT 2