Entwerfen im Siebeneck: Eine Pilgerkirche in Scherpenheuvel

   Auf dem „spitzen Hügel“, der die Keimzelle des belgischen Ortes Scherpenheuvel (Prov. Brabant) bildet, verrichtete seit dem späten Mittelalter eine Marienstatue an einer heiligen Eiche ihre Wunder. Um diesen hochverehrten Ort entwickelte sich ab dem Jahr 1603 ein Wallfahrtsort als architektonisches Manifest der Gegenreformation. Der katholische Erzherzog Albert, Gouverneur der spanischen Niederlande, förderte hier persönlich die Errichtung einer Kuppelkirche auf siebeneckigem Grundriss, die sich inmitten eines siebeneckigen hortus conclusus im Zentrum einer gleichfalls siebeneckigen befestigten Stadtanlage erhebt. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert wird der Zentralbau über einen langen Ehrengang mit einem Klostergebäude am Fuß des Hügels verbunden.

   Noch heute ist Scherpenheuvel Belgiens meistbesuchter Marienwallfahrtsort. Jährlich wallfahren zehntausende Gläubige hierher, um das Marienbild in der Kirche zu verehren und an den verschiedenen Marienprozessionen teilzunehmen.

   Um die stille Andacht am Marienbild nicht zu stören, soll nun am Fuße des Hügels eine neue Pilgerkirche errichtet werden, die einen angemessenen Raum für die zahlreichen und zeitweise stark besuchten Wallfahrtsmessen bietet. Die Aufgabe des M1-Projektes umfasst den Entwurf eines liturgischen Raumes für bis zu 1000 Personen in direkter Anbindung an die baulichen Reste des ehemaligen Klostergebäudes. Dieses soll zudem für die Aufnahme einer kleinen Mönchsgemeinschaft restauriert und ggf. ergänzt werden. Darüber hinaus werden auch Ideen zur Gestaltung des äußeren Umfeldes der Pilgerkirche und zur Wegeverbindung zwischen Kuppelkirche und Pilgerkirche erwartet.

Di. 09.30–17.00 Uhr, Beginn: 14.04.2015
Bibliothek Architekturgeschichte, R 2.15
MA: Entwurf M1