Historische Bautypologie und architektonische Formenlehre IV

   Die Gestalt einer Architektur ist zu allen Zeiten und an allen Orten bestimmt durch mannigfache Anforderungen wie Zweck und Aufgabe, Konstruktion und Material sowie stilistische und ästhetische Moden ihrer Entstehungszeit. Jede ernstzunehmende Architektur richtet sich darüber hinaus auch immer an einen Betrachter, den sie mit einer kalkulierten Aussage- und Wirkungsabsicht adressiert. Sie sendet ganz gezielt Botschaften aus oder proklamiert ein Programm.

   Die Vorlesung betrachtet die Architektur vor dem Hintergrund ihrer kommunikativen, sprachlichen Qualitäten und Möglichkeiten – heute würde man vielleicht auch sagen: es geht um die “mediale Wirksamkeit” von Architektur.

   Im ersten, exemplarischen Teil der Vorlesungsreihe werden Architekturbeispiele unterschiedlicher Epochen und Zusammenhänge auf ihren sprachlichen Gehalt und den Einsatz sprachlicher Mittel hin untersucht. Auf welche Adressaten zielt die Sprache eines Bauwerks? Welche Botschaft wird gesendet? Aber vor allem: welche sind die spezifischen Ausdrucksformen und Ausdrucksgesten, die der Architektur als nonverbale Sprachmittel zur Verfügung stehen? Der zweite, systematische Teil der Vorlesungsreihe beleuchtet spezifischer den Einsatz und die Bedeutung rhetorischer Mittel und Kategorien im Verlauf der Architekturgeschichte und widmet sich mit einem Schwerpunkt der Architekturrhetorik der italienischen Renaissance und der Postmoderne.

Mi. 17.00–18.00 Uhr, Beginn: 09.04.2014
PPS, H1
BA:
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