Pfalzkapelle und Maßfigur

   Die Marienkirche die der fränkische König Karl bei seiner Pfalz zu Aachen stiftete, ist bis heute sinnstiftend für die Erneuerung der römischen Reichsidee geblieben. Dies liegt sowohl an der Persönlichkeit des Stifters Karl der Große, der mit seinen machtpolitischen Erfolgen weströmischer Kaiser wurde, als auch an der ungewöhnlichen oktogonalen Baugestalt der Kirche. Das Bauwerk imitiert als Kapelle römisch-byzantinische Vorbilder und erfüllt diese mit den Funktionen einer römisch-katholischen Kirche.

    Das Seminar vermittelt in einem ersten Teil die Grundlagen der architektonischen Zentralbauidee der Pfalzkapelle. Dazu werden die historischen Vorbilder untersucht. Die Geometrie der regelmäßigen Polygone soll grundsätzlich in der historischen Tradition des Euklid erarbeitet und mit modernen Vorstellungen der Winkelteilung verglichen werden.

    Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit der konkreten Ausmessung der historischen Maßfigur auf einer Wiese im Maßstab 1 zu 1. Aus dieser Erfahrung kann dann der Grundriss der Pfalzkapelle mit allen Einzelmaßen abgeleitet werden – ein Beitrag zur Bauforschung.

Teilnehmer: 16, Erster Termin: 06.04.2017, 10:00 Uhr, Bib. AGes, Termine nach Absprache, Kompaktwoche: 35. KW vom 28.08. bis 01.09.
MA:
Wahlmodul
Bild: Lehrstuhl
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