Protorenaissance

   Bereits vor der eigentlichen Wiedergeburt („Renaissance“) antiker Ideen und Formen im italienischen Humanismus des 15. Jahrhunderts ist das Phänomen einer dezidierten Antikennähe in der Kunst und Architektur des Mittelalters zu beobachten. Bereits Jakob Burckhardt beschrieb eine besonders intensive Phase der Auseinandersetzung mit antiken Bauformen in der Toskana des 11. und 12. Jahrhunderts als eine Protorenaissance, die wesentliche Charakteristika der Renaissance bereits vorwegnehme. Diese – nach heutigen Stilkategorien wohl als Sonderform der Romanik zu beschreibende – Architektur in und um Florenz bildet denn auch den Schwerpunkt der Beschäftigung im Seminar, wobei auch andere „Renaissancen“ in den Blick genommen werden (z.B. sog. karolingische Renaissance, Baukunst am Hof Kaiser Friedrichs II.).

   Im besonderen Fokus stehen dabei die Art und Weise der Auseinandersetzung mit und die Qualität der Aneignung von antiken Baugedanken. Durch eine solche Analyse an ausgewählten Beispielen kann zu einem besseren Verständnis der Renaissance beigetragen werden. Darüber hinaus ist es ein Ziel, ganz allgemein die Modi der Auseinandersetzung mit historischen Architekturformen kennen und analysieren zu lernen.

   Das Seminar versteht sich zudem als eine begleitende Ergänzung zur Pfingstexkursion des Lehrstuhls nach Florenz.

Mi. 10.15-11.45 Uhr, Beginn: 13.04.2016
Bibliothek Architekturgeschichte, R 2.15
BA:Wahlmodul
MA:Wahlmodul