Trugbilder / Wunschbilder

   Über Jahrhunderte hinweg haben sich Architekten unterschiedlichster Ausdrucksmittel und Ausdrucksformen bedient, um ihren Ideen Gestalt zu verleihen. Dabei spielte die visuelle und sinnliche Täuschung der Menschen eine wichtige Rolle.

   Bereits in der griechischen Antike wurde mit der Umwandlung des Tempels vom Holz- in den Steinbau eine wörtliche Übersetzung des gewachsenen Idealbildes in ein vollkommen anderes Material praktiziert. Elemente des ursprünglichen Holzbaus, nun ihrer Funktion beraubt, blieben im Steinbau als Chiffren für den klassischen Tempel erhalten. Gleichzeitig wurde der Tempel mittels einer dem Material nicht angemessenen „Überdimensionierung“ seiner Bauglieder zum Abbild des Tragens und Lastens. Er ist somit weniger effektive Konstruktion als symbolische Form.

   Neben dieser „konstruktiven Täuschung“ (John Ruskin) sind im Laufe der Architekturgeschichte von der Antike bis zur Moderne und sogar darüber hinaus unzählige weitere Methoden zu beobachten, um Trug- oder Wunschbilder in der Architektur zu erzeugen. Deshalb werden wir uns im Seminar mit unterschiedlichen Materialien, Formen, Dekorationen, Ornamenten und Konstruktionen befassen. Aber auch die Frage nach der Ehrlichkeit, der Illusion, dem Ausdruck und der Bedeutung wird uns beschäftigen.

Mi. 15.00 - 16.30 Uhr, Beginn: Mi. 20.10.2010
Jakobstr. 2, Bibliothek
max. 24 Teilnehmer
BA:Wahlmodul
MA:WM
DPO:2P, 3P, PF