Zu Füßen der Villa

   Die Villa Rotonda gilt als der typische Villenbau Andrea Palladios. Auf einer Anhöhe gelegen, mit wohl gelenkten Blickbeziehungen in die Umgebung, hat hier die Villenbaukunst Andrea Palladios eine vorbildliche, klassische Einheit zwischen Architektur und Landschaft, zwischen Kunst und Natur erreicht. Seit dem Einsetzen der Industrialisierung in Italien wurde das Gebiet der Hügel im Süden der Stadt Vicenza, wo die Villa Rotonda liegt, freigehalten, weil hier, in angenehmer Umgebung die neureichen Industriellen mit den alterwürdigen Adelsfamilien ihre Villen bewohnten und nicht auf zersiedelte Flächen und Industrieschlote schauen mochten. Sie nutzten ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss, um im allgemeinen Konsens mit einer paternalistischen Geste die bäuerliche Agrarlandschaft als Kulisse ihrer Villen im Südosten der Stadt zu konservieren, um gleichzeitig im Westen ein weitläufiges Industriegebiet zu errichten.

   Seit der Öffnung der italienischen Verwaltungsstrukturen zur Transparenz (Anti-Mafiagesetze) ist die klassische Villenlandschaft nicht mehr durch private Initiativen zu schützen. Trotz der Aufnahme in die Liste der Kunstdenkmäler der UNESCO 1994 und weitreichender Schutzmaßnahmen in Vicenza und Umgebung ist die einzigartige Szenerie der Villa in der Landschaft am Rande der traditionsreichen Stadt mit ihrer typischen Silhouette aus Basilika und Stadttürmen nun in Gefahr verloren zu gehen.

   Der zweisemestrige Entwurf beschäftigt sich mit der unmittelbaren Umgebung der Villa. Der eigentlichen Entwurfsarbeit geht eine Analyse voraus, die präzise Darstellung des Ortes, der Architektur und der Kultur des Veneto, die mit einer Exkursion in Vicenza vertieft werden soll (Exkursion vom 10.6.-14.6.). Der Entwurf beschäftigt sich dann mit der Typologie des Randes zwischen Stadt und Kulturlandschaft.

Di. 09.30 Uhr, Beginn: Di. 08.04.2014
Exkursion Vicenza 10.06.–14.06.2014
Bibliothek Baugeschichte
MA:
Entwurf M2